Knapp 2 Wochen ist es her, dass ich in Wiesbaden am Start war. Zeit um endlich einen Rennbericht zu schreiben und einen Ausblick auf die nächsten 2 Wochen.
Zwei Wochen zuvor war ich beim Heidelbergman am Start um zu testen, wie ich aktuell mit den Bergen zurechtkomme. Dort waren 1,7km im Neckar zu schwimmen, 36km um den Kaiserstuhl mit 850Hm auf dem Rad zu absolvieren und 10km auf dem Philisophenweg mit 5km hoch/5km runter zu absolvieren.
Das Schwimmen im Neckar verlief sehr gut, ich stieg unter den TOP 10 aus dem Wasser und war schnell durch die Wechselzone hindurch. Leider war mein neues Rennrad ein Felt F1 noch nicht fertig, so dass ich noch mit meinem „alten“ Rennrad fahren musste. Egal, war ja auch nur ein C-Wettkampf. Die Bergaufstrecke des Radkurses lag mir, ich fuhr sehr zügig in der ersten Runde und wurde nur von einer Frau überholt. Dann kam die Bergabpassage, laut Veranstalter sehr gefährlich, da Geschwindigkeiten von bis zu 100km/h erreicht werden können. Lange geradeaus, dann 180 Grad, dann wieder lange geradeaus. Gar nichts für mich !!! Die Athleten schossen an mir vorbei, so verlor ich ordentlich Zeit. Die zweite Runde verlief ähnlich, schätzungsweise hat mich dieses Stück knappe 5 Minuten gekostet. Auf der Laufrunde ging es die ersten 2 Kilometer auf Asphalt bergauf, ehe wir in einen Wald mit leichtem, ab und an auch gröberem, Schotterweg bis zum Wendepunkt weiterhin bergauf laufen mussten. Dann ging es alles zurück Richtung Ziel. Arnd stand etwa 800m vor dem Ziel (ich hatte mir vorher nicht angeschaut, wo das Ziel genau ist und wunderte mich, dass ich in Höhe der Wechselzone erst Kilometer 9 angezeigt bekam) und rief mir zu, dass ich noch eine Frau bekommen könnte. Ich fing an zu sprinten, konnte sie sehen und dann auch überholen, in der Annahme, dass der blaue Torbogen, den ich 200m vor uns sah, das Ziel sei. FALSCH !!!!!, war der vom Schwimmausstieg, MIST, ich kollabierte fast !!. Aber da heißt es A…. zusammenkneifen und durch. Ich kämpfte mich ins Ziel, Gesamtplatz 9 und 1. AK. Geht voll in Ordnung für einen C-Wettkampf.
Dann kam der IM 70.3 in Wiesbaden bei dem auch die diesjährigen Europameisterschaften über diese IM-70.3Distanz (identisch mit der Mitteldistanz) stattfanden. Arnd hatte mir in der Vorwoche mein Rad komplettiert und schon im Training hatte ich das Gefühl, dass ich über die Hügel fliege, auch die 2 letzten Lauftests – einen 20km Lauf 10km ruhig (4:45)10km flott (4:08) und 3 * 3000m in 4:00/km mit ein paar Höhenmetern liefen super. Das Wetter sollte mit knapp 20 Grad und leichten Regenschauern auch erträglich werden. Am Tag des Eincheckens ging ich noch eine Runde im Raunheimer See schwimmen, um die Sicht und Temperatur zu prüfen. Knappe 20 Grad, klares Wasser, aber durch die Kiesgrubenaktivität sehr trüb. Ich freute mich riesig auf den Wettkampf, hatte ich mir doch vorgenommen Europameisterin meiner AK zu werden (Understatement ist nicht so mein Ding D)). Am Sonntag um 5:00 fuhren mich Arnd und Tamara zum Start. Alle AK-Starterinnen waren um 7:10 (10 Minuten nach den Profis) dran. Ich war wie immer schön angespannt, aber nicht zu nervös. Der Landstart verlief sehr gut, ich war von der ersten Reihe gestartet und fand so sehr schnell meinen Rhythmus. Den ersten Kilometer schwamm ich mehr oder minder alleine, nach einem Landgang konnte ich dann zu einer 3er-Gruppe aufschließen und nach 32 Minuten entspannt dem See entsteigen. Durch die Wechselzone raste ich wieder in bekannter Manier und machte dabei bereits ordentlich Boden gut. Als 6.te meiner AK aus dem Wasser, als 2.te aufs Rad. Die ersten 15km waren mehr oder minder flach und ich fuhr mit ordentlich Druck, einige Frauen überholten mich und ich überholte einige, es hielt sich so die Waage. Dann ging es in den Taunus und es hieß „Berge“ erklimmen. Mittlerweile hatte es begonnen leicht zu regnen und man musste bei den Abfahrten etwas vorsichtiger fahren. Ich kam aber mit der Strecke sehr gut zurecht. Nach ca. 40km ging es hoch auf die Wiesbadener Platte, ein sehr langer Anstieg (ich glaube 5km) und insgesamt ca. 350Hm, danach mehrere kürzere Anstiege ehe es wieder zurück nach Wiesbaden ging. Arnd und Tami standen überraschender Weise an 2 Stellen auf der Radstrecke und waren aus dem Häuschen. Ich war ca. 13 Frau aller Agegrouper und wohl 1.te meiner Klasse. Nach 3:08 (knapp 29 km/h) stieg ich vom Rad ab, raste durch die Wechselzone auf die 4-Runden durch den Wiesbadener Kurpark. Dort hatten wir eine kleine Flachpassage mit sehr vielen Zuschauern und dann 2km leicht bergauf und dann wieder bergab zu laufen. Ich wollte versuchenden Halbmarathon unter 1:30 zu laufen, was aber durch das Profil nicht so einfach schien. Kilometersplits konnte ich nicht rechnen, da ich bergauf ca. 4:20-4:25 lief und bergab teilweise unter 4:00. Ich holte weitere Athleten ein. Mein Vorsprung nach dem Rad auf die 2.te meiner AK betrug bereits 9 Minuten. Also nichts zu befürchten. Ich wollte aber nicht einfach nur gewinnen, sondern einen sehr guten Wettkampf absolvieren. Also lief ich so schnell meine Beine es zuließen. Nach 3 Runden fingen meine Oberschenkel wieder an leichte Probleme auf der Rückseite zu machen und ich musste etwas vom Tempo rausnehmen. Nichts desto trotz lief ich den Halbmarathon in 1:32:01 und konnte mit einem Vorsprung mit über 20 Minuten auf die 2te als 11.Gesamtagegrouperin, den Europameistertitel nachhause fahren. Einfach nur genial !!!



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